Stellungnahme der Antidiskriminierungsstelle der Interkulturellen Arbeitsstelle IBIS e.V zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe unabhängig von der sexuellen Identität                                                              
 
Die Antidiskriminierungsstelle der Interkulturellen Arbeitsstelle IBIS e.V. fordert anlässlich des diesjährigen CSD die uneingeschränkte Gleichstellung aller Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Identität. Dazu gehört die  Aufnahme des Diskriminierungsverbots aufgrund der sexuellen Identität in das  Grundgesetz. Diese ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Bremen  bereits erfolgt. Ebenso ist eine Bereinigung im Ehe-, Erbschafts- und Einkommensrecht sowie im Steuer-, Beamten- und Adoptionsrecht nötig um eine Benachteiligung von Regenbogenfamilien abzubauen um die Rechte von Schwulen, Lesben , Trans- und Intersexuellen besser vertreten und schützen zu können.  Außerdem ist eine Erweiterung des Verbandsklagerechts im AGG erforderlich, es muss auch eine Aufhebung der Ausnahmeregelung für Religionsgemeinschaften erfolgen. Programme zu Stärkung  von Demokratie und Zivilgesellschaft müssen ausdrücklich die Sensibilisierung und Aufklärung  im Bereich sexueller Identität einbeziehen und dazu beitragen, Gewalt und Diskriminierung gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle und Transgenderpersonen zu verhindern und homophobe Einstellungen abzubauen. Das Verfahren zu Personenstands- und Namensänderung für  Transsexuelle muss vereinfach werden. Entscheidend für die Bewilligung eines Antrags auf Personenstandsänderung sollte nur das persönliche Geschlechtsempfinden sein. Medizinische Eingriffe sollten nur mit der persönlichen Einwilligung der Betroffenen erfolgen, damit die Menschenrechte von Intersexuellen  gewahrt bleiben. Geschlechtliche Uneindeutlichkeiten  sollen nicht zwangsläufig verändert, sondern als gleichberechtigt bestehende Form von Geschlechtlichkeit zugelassen werden.  Wir fordern die Politik auf, auf allen Ebenen die Yogyakarta- Prinzipien als Grundlage für maßgebliche Entscheidungen im Bereich der sexuellen Identität und Selbstbestimmung anzuerkennen.  Sie erklären in 29 Punkten die Gleichberechtigung unabhängig von sexueller Identität. Dazu gehören z.B. der Schutz vor Diskriminierung und Ausbeutung, das Recht auf Asyl, Gleichstellung vor dem Gesetz sowie das Recht auf höchstmögliche Gesundheit.    
 
 

Die Antidiskriminierungsstelle von IBIS

IBIS e.V. betreibt in Oldenburg eine Antidiskriminierungsstelle. An uns
können Sie sich wenden, wenn Sie sich diskriminiert
fühlen wegen:

- Ihrer Herkunft

- Ihrer Hautfarbe oder ethnischen Zugehörigkeit

- Ihrer Religion

- einer Behinderung

- Ihrer sexuellen Identität

- Ihres Alters

- Ihres Geschlechts



Wir beraten Sie, wie Sie dagegen vorgehen können und
bieten Ihnen Hilfestellung (Mediation) im Gespräch mit den
verursachenden Personen. Unsere Arbeit verrichten wir vorwiegend in
Niedersachsen und Bremen. Sie können sich aber auch an uns
wenden, wenn Sie aus einem anderen Bundesland kommen. Wir helfen Ihnen
gerne weiter.





Zum theoretischen Ansatz des
Beratungskonzeptes


Der horizontale Ansatz in der Antidiskriminierungsarbeit
möchte Diskriminierung als strukturelles Problem aufgreifen.
Dieser Ansatz geht davon aus, dass der Grund für die
Diskriminierung nicht in der diskriminierten Person zu suchen ist,
sondern dass die diskriminierende Person ausgrenzen oder herabsetzen
will. Diese Absicht ist unabhängig von der Person, die
diskriminiert wird. Daher kommt es nicht auf das
Diskriminierungsmerkmal an, welches als Begründung
für die Diskriminierung angeführt wird.
Zusätzlich können Personen mit
Mehrfachdiskriminierungen erreicht werden. Die Beratung der
Antidiskriminierungsstelle von IBIS e.V. bezieht alle in Art. 13 des
Amsterdamer Vertrages genannten Diskriminierungsgründe
(ethnische oder nationale Herkunft, Hautfarbe,
Religionszugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Behinderung,
Geschlecht, Alter) in die Arbeit mit ein. Dies ermöglicht das
Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten unterschiedlicher
Diskriminierungserfahrung, eine effektivere Lobbyarbeit und ein
leichteres Erkennen der Auswirkungen unterschiedlicher
Diskriminierungen. In der Antidiskriminierungsberatung kommt der
Unterstützung einzelner Personen und Gruppen bei der
Bewältigung ihrer Erfahrungen eine wesentliche Bedeutung zu.
Deshalb ist hier die Parteilichkeit in der Beratungsarbeit
unumgänglich. Andererseits ist auch die handelnde Person
besonders in der Mediation anzuerkennen und zu hören, ohne
dass es dabei jedoch zu einer Rechtfertigung der Diskriminierung kommen
darf. Durch unsere Arbeit beteiligen wir uns aktiv an der
Antidiskriminierungspolitik in Deutschland und bringen sie voran. D.h.,
wir sammeln Daten unterschiedlicher Diskriminierungen. Diese werden
ausgewertet, auch um politische Forderungen zu stellen.
Außerdem sehen wir es als unsere Aufgabe zur regionalen und
überregionalen Vernetzung unterschiedlicher Vereine, Gruppen,
Institutionen und Einrichtungen, die in der Antidiskriminierungsarbeit
tätig sind, beizutragen. Denn nur durch eine gute und
kontinuierliche Zusammenarbeit lassen sich Veränderungen auf
politischer Ebene, aber auch im Denken und Handeln einzelner Menschen,
erreichen. Wir möchten diskriminierende
Gesellschaftsstrukturen aufdecken, reflektieren und öffentlich
machen, um eine gesamtgesellschaftliche Veränderung zu
erreichen. Mit der zentralen Antidiskriminierungsstelle des
Bundes wir dabei intensiv zusammenarbeiten. Im Bundesverband der
Beratungsstellen in der Antidiskriminierungsarbeit ADVD sind wir
Gründungsmitglied.







Unsere Arbeitsfelder

Wir verstehen uns als:

- Konfliktschlichtungsstelle in Diskriminierungsfällen

- Informations- und Beobachtungsstelle

- Beratungsstelle für die Opfer von Diskriminierung

- Vernetzungs- und Kooperationsstelle für andere Institutionen
und Vereine mit ähnlichen Zielsetzungen z.B. zur Durchsetzung
politischer Forderungen

- Vermittlungsinstanz an andere Einrichtungen und Organisationen, wenn
wir mal nicht weiterhelfen können







Konkrete Tätigkeiten

- Beratung von Einzelpersonen, Gruppen und MultiplikatorInnen

- Informations- und Beobachtungsstelle

- Vernetzung und Koordination mit anderen Projekten bei IBIS e.V. und
mit Vereinen und Institutionen in Oldenburg und bundesweit

- Öffentlichkeitsarbeit

- Sensibilisierung für das Thema Antidiskriminierung

- Fortbildungsangebote

- Bekanntmachen der Antidiskriminierungsstelle und ihrer Zielsetzungen

- Mediation

- Monitoring von Diskriminierungsfällen Fortbildungen
konzipieren und durchführen

- Unterstützung von Betroffenen vor Gericht







Zielsetzung der
Antidiskriminierungsberatung:

- Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich diskriminierender Situation und ihrer Auswirkungen

- Aufklärung, Information und Unterstützung bei rechtlichen Fragen (keine Rechtsberatung)

- Mitteilung von Diskriminierungserfahrungen in einem
geschützten Rahmen

- Entlastung der Ratsuchenden

- Reflexion von Diskriminierungserfahrungen

- Mehr Potential im Umgang mit frustrierenden und konfliktbehafteten
Situationen

- Steigerung des Selbstwertgefühls und Vertrauensbildung in
eigene Handlungsmöglichkeiten







Praktische Umsetzung der
Antidiskriminierungsberatung:

- Jede Beschwerde über Diskriminierung ernst nehmen

- Feststellen ob und in welcher Art diskriminiert wurde

- Ursachen von Diskriminierung aufdecken

- Folgen von Diskriminierung analysieren

- Empowerment (d.h., diskriminierte Personen oder von Diskriminierung bedrohte Personen befähigen ihre
Rechte einzufordern) Von Diskriminierung betroffenen Personen
unterstützen durch das gemeinsame Entwickeln von
Bewältigungs- und Interventionsstrategien






Kontakt:

IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.

Antidiskriminierungsstelle Oldenburg
Klävemannstr.16

26122 Oldenburg

Telefon : 0441 - 88 40 34

Telefax : 0441 - 984 96 06

Email : ads@ibis-ev.de



Beratungszeiten:




(Constanze Schnepf, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle)

Ansprechpartnerin : Constanze Schnepf

Montag 14:00 - 18:00 Uhr

Donnerstag 10:00 -
12:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Das Angebot ist für die BesucherInnen kostenlos









Wenn Sie sich ausgegrenzt, ungerecht behandelt, beleidigt fühlen, aufgrund folgender Merkmale:

Ihres Geschlechts
Ihrer ethnischen Herkunft
Ihrer Religionszugehörigkeit
Ihrer Weltanschauung
Einer Behinderung
Ihres Alters
Ihrer sexuellen Orientierung

Dann kommen Sie zu uns. Sie können aber auch den Melde- und Beschwerdebogen ausfüllen und uns schicken.3


[Download des Fragebogens]





 
 
 
Inhalt Drucken